Von Auckland nach Rotorua

Von Auckland nach Rotorua

Zum ersten Mal flogen wir mit Air New Zealand, von der wir viel Gutes gehört hatten, und wurden nicht enttäuscht. Das Flugzeug war ähnlich wie die Boeing der Swiss. Der Kundenservice war besonders freundlich, was das Fliegen angenehmer machte. Wir hatten wieder einen Nachtflug und die schreienden Babies waren genügend weit weg von uns. Die Frau vor uns schien eine Erstfliegerin zu sein, da sie den Sitz ihres vorderen Nachbars wieder hochzustossen versuchte. Die Flugbegleiterin klärte sie dann auf, das dies jeder darf :-).
Am Morgen kamen wir am Auckland Airport an und nahmen einen Bus in die Nähe unseres Hotels. Da die Ansagen nicht so verständlich waren, zählten wir Stationen. Nach etwa 10 Minuten laufen kamen wir in unserem Hostel an, dem Bambers Haus, welches ein 2-3 Kilometer ausserhalb des Stadtzentrums liegt. Entgegen Hong Kong, hatten sie Platz zum Verschwenden und alles war ziemlich gross und ausgedehnt. Obwohl so viele Leute dort übernachteten (etwa 60 Personen) war es und die Küche sehr sauber, was das Kochen einiges attraktiver macht. Leider sah man auch gleich die Nachteile des gratis Internets. Der Gemeinschaftsraum war voller Natelzombies mit denen man nicht wirklich ins Gespräch kam. Man versuchte halbherzig mit Schildern darauf hinzuweisen, dass man es anstatt des Smartphones mit Real-Life Kommunikation versuchen sollte.
Am nächsten Morgen liefen wir ins Zentrum zu einer weiteren Free Walking Tour. Sie kam nicht an das Niveau der Hong Kong Tour heran war aber trotzdem ein guter Zeitvertreib. Auch hier beschwerte man sich über die Hauspreise, was aber lächerlich wirkte verglichen mit Hong Kong und den vielen kleinen Häusern etwas vom Stadtzentrum weg. Unserer Referentin war es wichtig uns klarzumachen, dass Neuseeländer zwar von Engländern abstammen aber sehr verschieden sind und auch sehr multikulturell. Von Schweizer Immigrations-Verhältnissen scheint man hier aber noch weit weg zu sein. Spannend war auch, dass Neuseeland fast keine Geschichte hat, da es sehr spät von Europäern besiedelt wurde, welche dann auch das ganze Wissen brachten. Wir nahmen am späteren Nachmittag noch die Fähre und liefen auf den Mount Victoria hoch, wo man eine schöne Aussicht hatte.
Am übernächsten Tag holten wir unser Mietauto ab. Das Gute zuerst, es war nicht das hässliche kleine Auto, das sie uns angedroht hatten, dafür war es genau so alt und ziemlich heruntergefahren (250k Kilometer), also genau das was wir bezahlt hatten :-).
Wir fuhren dann gleich weiter nach Whitianga in ein kleines Hostel, in welchem man gleich einiges mehr Reisende kennenlernte. In den zwei Tagen, die wir dort verbrachten, gingen wir zur Hot Water Beach, wo man im Sand kleine Gruben graben konnte und sich so einen heissen Pool schuf. Je näher an der Quelle desto heisser wurde es. Ausserdem machten wir noch eine kleine Wanderung zur Angewöhnung und zur Vorbereitung des Tongariro Northern Circuits zum Shakespeare Cliff. Neuseeland mässig hat es dort zu Beginn geregnet, nach zirka einer Stunde hatten wir dann aber prächtigen Sonnenschein und uns natürlich auch standardmässig gleich mal den ersten Sonnenbrand geholt.
Das nächste Highlight unserer Reise sollte Hobbiton sein. Die Tour wurde uns von anderen Backpackern wärmstens empfohlen. Wir hatten bereits online vorgebucht und hofften auf gutes Wetter. Erstaunt waren wir ab der hohen Frequenz – alle 5 Minuten startete eine 2-stündige Tour. Da China nicht weit weg ist, konnte man die Tour auch auf chinesisch haben. Pünktlich ging es los und wir stiegen in einen Bus, in welchem der Guide vorgestellt wurde und Peter Jackson in einem Video sagte, wie grossartig die Zusammenarbeit mit der Farm ist. Diese ist im Privatbesitz und hat sich zu einer Goldgrube für die glückliche Besitzerfamilie entwickelt. Die Firma, die die Touren durchführt, gehört zur Hälfte den Farmbesitzern und zur anderen Hälfte der Produktionsfirma von Peter Jackson. Mit dem Bus fuhren wir 15 Minuten zum Startpunkt, wo uns der Guide durch Hobbiton führte. Wir sahen die kleinen Häuser wie im Film und der Guide gab uns Hintergrundinformationen wie und wo welche Szenen geschossen wuden. Nach der Herr der Ringe Saga wurden die Häuser wieder abgerissen und nicht weiter verwendet. Trotzdem gab es schon einige Touristen, die die Landschaft sehen wollten. Deshalb führte man etwa 2 Touren pro Tag durch. Ab und zu kam auch niemand. Nach der Hobbitreihe wurde das Ganze dann permanent gebaut und konnte auch mehr Touristen anlocken. Wir genossen die zauberhaften Landschaften und die gut gewarteten Hobbitlöcher. Am Schluss kriegten wir in der Taverne (wie im Film) noch ein Bier, das wir in Rekordzeit runterhauen mussten, da bereits die nächste Gruppe wartete. Einige Anekdoten die uns geblieben sind:
• Nichts ist dem Zufall überlassen. Ein Baum über einer Hobbithöhle würde auseinandergeschnitten und wieder zusammengeflickt, damit er passender aussah.
• Die Blätterfarbe des Baumes oberhalb von Bilbo’s und Frodo’s Haus in Bagend hatte den falschen Grünton, deshalb wurde ein Kran geholt und alle Blätter angesprayt.
• Bei der Szene als die Hobbits Raketen zündeten und überrascht schauten war die Überraschung der Schauspieler echt, da zusätzliche Raketen abgelassen wurden, von denen die Schauspieler nichts wussten, damit ihre Überraschung besser zum Vorschein kam.
• Am Schluss wurde Sam mit seiner echten Tochter überrascht (die ein paar 1’000 km anderswo sein sollte), damit man wahre Freude in seinen Augen sah.
Danach gings weiter nach Rotorua, wo wir einen Tag später die Geysir bei Wai-O-Tapu anschauen gingen. Leider waren sie nicht mehr aktiv aber trotzdem schön anzusehen und dazu noch mit einem wunderbaren Duft nach Schwefel. Am Tag darauf wanderten wir zum Blue Lake im Red Wood Forest.

Da Nadja gesundheitlich angeschlagen war, ging ich am letzten Tag alleine River Raften über den grössten kommerziell befahrenen Wasserfall (7m hoch). Die Sicherheitsinstruktionen bekamen wir im breitesten und schnellsten Neuseelandenglisch, so dass man selten verstand, was man tun sollte und was nicht. Danach lernten wir das Paddeln gleich live auf dem Gummiboot. Trotzdem klappte alles super und wir kenterten nicht mal nach dem Wasserfall. Ein einziges Mal wurden die Guides nervös, als beim anderen Boot eine Inderin vor einem Wasserfall ins Wasser fiel (was fast unmöglich war aber man schafft es offensichtlich). Aber sie konnte sich am Paddel festhalten und fiel nicht den Wasserfall herunter.

4 thoughts on “Von Auckland nach Rotorua

  1. Echt sensationell euii Reis. Liese eui Bricht immer wieder gern. Da chunt mer amig scho fast chli Fernweh über 😉 Gnüsset die Ziit!

    1. Hoi Susi,
      Öise Sonnebrand hämmer onderdesse en Greff becho, deför kämpfe mer met de Sandflies… 😀
      Mini Verchältig esch bes zo öisere Tongariro Nationalpark Wanderig es paar Täg spöter zom Glöck scho weder wäg gsi.
      Ganz schöni Ostere!

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