Stipvisite in Coron

Stipvisite in Coron

Am 18. Februar klingelte der Wecker für uns mal wieder viel zu früh, um 6 Uhr, aber hey, wir sind hier schliesslich nicht in den Ferien, sondern zum Reisen… 😀

Mit dem Auto ging es danach zum nächst gelegenen Hafen in San José, ca. eine Autostunde von unserem Hotel entfernt. Von dort wird die Bunso Fähre nach Coron ablegen. Fähre ist allerdings ein sehr grosses Wort für ein so kleines Schiff. Die Bunso Fähre ist eine grössere Banka, welche vor allem auch zum Transport von Waren (Güter und Lebensmittel) zwischen den Inseln Mindoro und Busuanga gebraucht wird. Eigentlich gäbe es noch die so genannte Schnelle Fähre (Fast Ferry, hätte nur 3 Stunden für die Überfahrt gebraucht), diese war aber zu diesem Zeitpunkt schon länger nicht mehr in Betrieb, offiziell wegen Wartungsarbeiten. Unser Hotel-Manager hat aber gemeint, es könnte auch sein, dass ihnen schlicht das Geld ausgegangen ist. Man weiss es nicht so genau. Wie auch immer, die Bunso Fähre fuhr jeden Tag um 9 Uhr nach Coron und Tickets hatten wir auch bekommen, es konnte also losgehen.

Die Überfahrt war gemütlich, auch wenn sie 6 Stunden dauerte. Zu Beginn wurden wir sogar noch kurz von Delfinen begleitet. Mittagessen (Fisch mit Reis) wurde einem auch noch serviert, was wollte man mehr, ausser natürlich trocken am Ziel ankommen. Aber auch dieses Ziel haben wir dann einmal erreicht.

Coron war für uns nach Sabang der zweite richtig touristische Stopp. Im Vergleich zu Sabang war es dann aber in Coron gleich noch einen Zacken überloffener. Dieser Eindruck wurde durch den unglaublichen Verkehr (Tricycles, Autos und Mofas zu jeder erdenklichen Tages- und Nachtszeit) noch erheblich verstärkt. Ehrlicherweise müssen wir aber auch anfügen, dass zu dieser Zeit auch gleich noch das Chinesische Neue Jahr gefeiert wurde und somit DIE Ferienzeit von 1.3 Milliarden Chinesen war. Und das spürte man, die Philippinen waren geflutet mit chinesischen Touristen und eine Unterkunft war äusserst schwer zu bekommen gewesen. Allen Widrigkeiten zum Trotz haben wir ein Hotel für zwei Nächte gefunden und wollten das beste aus unserer Zeit in Coron machen. Von diversen Seiten wurde uns dabei Wrack Tauchen empfohlen. Während dem Zweiten Weltkrieg waren die Amerikaner äusserst erfolgreich rund um Coron und versenkten zahlreiche japanische Kriegsschiffe. Die Japaner bezeichnen dies auch als ihr Pearl Harbour. Diese versenkten Schiffe haben sich nun zu einem Magnet für Taucher entwickelt und auch wir wollten uns eines dieser Schiffe genauer ansehen.

Bevor es aber am folgenden Tag zum Tauchen ging, wollten wir uns noch den Sonnenuntergang von Coron‘s Hausberg aus anschauen. Mount Tapyas ist nicht sehr hoch, 700+ Stufen sind es dann aber doch und ja, es gibt tatsächlich eine Treppe, die aus dem Dorf bis nach oben führt (all diese Touristenströme wollen schliesslich kanalisiert sein). Das warm-feuchte Wetter macht das Ganze noch zu einer sehr verschwitzten Angelegenheit, doch die Aussicht und der anschliessende Sonnenuntergang sind es eindeutig wert.

Für das Wrack Tauchen am nächsten Tag haben wir uns das East Tangat Wreck ausgesucht, ein Japanisches Schleppschiff oder U-Boot-Jagdschiff (man weiss es nicht so genau, aber ganz sicher japanisch, darum wurde es abgeschossen…). Da es unser erster Wrack-Tauchgang überhaupt war, war alles neu und aufregend für uns. Auf die Dutzende von anderen Tauchern hätten wir dann aber doch gut verzichten können. Beim Tauchen ins Wrack rein musste man anstehen und warten, bis die vorantauchende Gruppe wieder rausgekommen ist. Das Wrack selber war aber in sehr gutem Zustand und noch super erhalten. Dasselbe kann man leider von den Korallen rund herum nicht behaupten. Diese haben unter dem Ansturm der unzähligen Tauchboote bereits sehr gelitten. Und es gibt tatsächlich noch Idioten, die den Anker ihres Bootes in die Korallen abwerfen. Und für das zahlt man überall die Öko- und Umweltsteuer. Ich möchte schon wissen, wohin dieses Geld genau fliesst.

Auf unserem Tauchboot war auch ein Discovery Dive Schüler (Rashid aus Holland/Marokko) mit dabei. Bei einem Discovery Dive wird man 1:1 von einem Divemaster begleitet. Es ist ein Schnuppertauchkurs für Leute, die noch nie zuvor in ihrem Leben getaucht sind. Zu Beginn war Rashid noch spassig aufgelegt und top gelaunt. Beim zweiten Tauchgang (Riff an einem Felsen im offenen Meer, sehr wellig, vor allem in 5 – 10m Tiefe, wo er wahrscheinlich geblieben war) hat ihn dann aber die Seekrankheit geholt. Auf der anschliessenden unruhigen Rückfahrt mit dem Boot war es dann komplett um ihn geschehen. Während dem grössten Teil der Heimfahrt hing er über der Reeling und verteilte sein Mittagessen den Fischen. Die Tauchgemeinschaft hat hier wohl ein potentielles zukünftiges Mitglied verloren. Wir wünschen ihm gute Besserung!

Unser Weg wird uns morgen weiter nach El Nido auf Palawan führen. Dieses Mal nehmen wir die schnelle Fähre!

Bilder gibt es hier.

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