Im Camper nach Exmouth zum Ningaloo Riff

Im Camper nach Exmouth zum Ningaloo Riff

Heute (am 16. April) war es endlich soweit, wir konnten unseren Campervan (Wohnmobil) abholen. Nach unserer Reise durch den Westen der USA im 2015 hatten wir somit erst zum zweiten Mal einen Camper gemietet. Entsprechend nervös waren wir betreffend der Übernahme. Was müssen wir alles beachten? Was muss man unbedingt prüfen, bevor man ihn übernimmt? Was sind die möglichen verborgenen Mängel, bei denen man genau hinschauen muss? Zur Vorbereitung haben wir uns aus dem Internet eine Checkliste für Camperneulinge wie uns selber geholt. Damit bekommt man wenigstens das Gefühl, man habe die Übergabe im Griff. Trotz unseren Argusaugen und der detaillierten Checkliste haben wir einen Mangel bei der Übernahme nicht gesehen. Das hat sich dann gerächt und später über Daniels Füsse ergossen. Ich stand zum Glück am besseren Ende des Schlauches. 😀 Aber später dann noch mehr dazu.
Die Standard Versicherung mit 5’000 AUD wird als Katastrophe verkauft (man versuchte uns mit Zahlenspielereien regelrecht Angst zu machen), den vollen Tank soll man auch nehmen (da sei so standard, das verkauft man eigentlich allen so und nicht anders…) und zig andere Extras (Roadside Assistance – Was, wenn wir unseren Schlüssel im Auto einschliessen oder unterwegs uns im Nirgendwo das Benzin ausgeht?). Wir verzichteten und wurden schräg angeschaut und gefragt, ob wir eine andere Versicherung hätten. Mal schauen, ob das gut kommt aber sonst hätten wir nochmals 50% des Camperpreises drauf bezahlt und es erschien uns unrealistisch, dass wir einen solch hohen Schadensfall haben sollten. Ein Spiel mit dem Risiko ist es halt trotzdem, da natürlich die Möglichkeit eines Unfallsl immer bleibt.
Im Gegensatz zu Autovermietern wird hier die Bond von 5‘000 AUD nicht auf der Kreditkarte blockiert, sondern direkt abgebucht mit + 2% Kreditkartengebühr (man bezahlt 5’100 AUD und kriegt 5’000 AUD zurück). Mit dem Geld werden laut Berichten im Internet Zinsgeschäfte gemacht. Offiziell behalten sie das Geld nachher auch bis zu 21 Werktage nach Rückgabe des Campers bei ihnen. Das hört sich schon ein bisschen semilegal an, aber was will man machen. Bei uns ging es dann auch recht flott. Ungefähr eine Woche nach Rückgabe des Campers hatten wir das Geld bereits wieder zurückerhalten.
Unser Camper wird unser Daheim sein für die kommenden 22 Tage. Wir wollten ihn eigentlich noch ein paar Tage länger, aber dafür waren wir beim spontanen Buchen vor drei Wochen bereits zu spät dran. Da man sich sonst schliesslich nichts gönnt, haben wir einen komplett eingerichtetem Camper genommen. Der beinhaltete: Kochherd, Kühlschrank (gold Wert, nicht nur wegen dem kühlen Bier), WC, Dusche, Klimaanlage und sogar noch einen Fernseher (den hätten sie sich schenken können, er diente uns einzig als Aufhängeoption, damit wir unser Abtrocknungstuch und den Waschlappen trocknen konnten). Verglichen mit den Monstertrailer der Einheimischen waren wir mit unserer Ausrüstung aber eher bescheiden unterwegs. Diese hatten eine mobile Sattelitenschüssel und häufig sogar auch noch Solarpanels mit dabei. So konnten sie auch im Nationalpark ohne Stromanschluss noch ihr Rugbygame schauen. Das einzig negative an unserem Camper war die Bettdecke. Wenn es zwischen Daniel und mir einen Streitpunkt gibt, dann ist es eindeutig eine geteilte Bettdecke (so eine kommt uns NIE ins Haus!!). Wir neigen beide dazu uns auf die Seite zu drehen und in die Decke einzuwickeln. Das kann bei einer geteilten Bettdecke nur in einem konstanten Gerangel ausarten. Die Decke, die wir im Camper erhalten hatten, war auch nur eine Decke für ein Einzelbett. Der Kampf um die Decke war somit vorprogrammiert (ok, ich gebe es ja zu, wir haben eindeutig Luxusprobleme). Bis nach Exmouth (weit im Norden) und auch halbwegs zurück nach Perth war alles in Ordnung, die Nächte waren so heiss, wir brauchten keine Decke. Die letzten vier bis fünf Nächte wurden dann aber richtig kalt und der Kampf um die Decke war eröffnet. 😀 Wir haben dann die Kissen so nah wie möglich zueinander geschoben, aber so richtig haben wir das Konzept der geteilten Bettdecke bis zum Ende nicht verstanden.
Am ersten Tag stand dann nach erfolgter Übernahme des Campers auch noch ein Grosseinkauf auf dem Programm. Da es ausserhalb von Perth (und vor allem auf dem Weg in den wenig besiedelten Norden) keine grossen Läden mehr gibt, wurde uns geraten das notwendigste, wie Teigwaren, Kaffee und sonstige langhaltbaren Lebensmittel noch in der Stadt zu besorgen. Da wir wussten, dass wir bis zum Ningaloo Riff beim Cape Range Nationalpark reisen werden, haben wir uns auch mal noch eine Taucherbrille und Schnorchel besorgt. Um zwischendurch auch mal Sport machen zu können, haben wir uns in unserer Motivation auch gleich noch zwei Isomätteli besorgt. So komplett ausgerüstet haben wir uns dann mit unserem Camper auf den Weg in den Norden zu unserem ersten Übernachtungsplatz gemacht.
Damit wir am ersten Tag flexibel blieben, haben wir uns keinen Stellplatz in einem Wohnwagenpark gemietet sondern haben kurz vor Sonnenuntergang bei einem Gratisstellplatz mit Plumpsklo parkiert. In Australien ist man gut beraten, wenn man nicht mehr nach Sonnenuntergang in der Dämmerung oder im Dunkeln fährt, denn dann werden die Kängurus aktiv und springen auch gerne mal auf die Strasse. Da man auf den Überlandstrassen in Australien mit bis zu 110 km/h unterwegs ist, hat man auch mit der schnellsten Reaktionszeit in einem solchen Moment keine Chance. Die Australier sind eigentlich alle mit ihren allradangetriebenen Offroader mit Stossstange unterwegs, da trifft man das Känguru, lässt es am Strassenrand liegen und fährt weiter. Wir mit unserem Camper hätten in einem solchen Moment wahrscheinlich aber einen Abschleppdienst benötigt. Auf unserem Weg in den Norden zum Cape Range Nationalpark haben wir wahrscheinlich über 100 tote Kängurus gesehen. Wir mussten aber beinahe bis nach Exmouth (Ort ausserhalb des Cape Range Nationalparks) fahren, um unser erstes lebendiges Känguru zu sehen.
Wir haben uns vorgenommen, die Reise gemütlich anzugehen und nicht allzu lange Strecken pro Tag zu fahren. An den ersten beiden Tagen genossen wir unterwegs die Sandstrände mit ihren Wellen und zum Teil auch Delfinen. Am dritten Tag wollten wir dann nach unserem Sport am Morgen früh (danach wurden die Temperaturen zu heiss) noch gemütlich eine Dusche nehmen. Wir hatten dann aber bereits kein Wasser mehr im Tank und konnten es gar nicht so richtig glauben. In den USA hatten wir einen Camper, der für 5 Erwachsene designed war, hier war der Tank halt nur für zwei Personen entwickelt worden. Wir mussten also einsehen, dass wir eher verschwenderisch unterwegs waren. Ohne Dusche fuhren wir dann halt die nächste Dump und Filling Station (Abwasserentsorgungs- und Füllstation) an. Von diesen gibt es im südlicheren Teil mehr als genug, je weiter nördlicher man kommt, desto seltener werden vor allem die Füllstationen und man füllt am besten bei jeder Gelegenheit seinen Tank (Wasser und Benzin) wieder auf. Bei der Dumpstation haben wir dann vorschriftgemäss den Grauwasserschlauch (Abwasser der Dusche und des Lavabos) angeschlossen. Ich habe das Ende bei der Abwasserstation fixiert, Daniel hat sich daran gemacht, unseren Grauwasserablass zu öffnen. Wie bereits angetönt war unser Grauwasserablassanschluss leider nicht ganz so in Ordnung wie es denn Anschein machte. Er hatte einen Riss und das Wasser ging nicht in den Schlauch sondern neben dem Schlauch durch voll auf die Schuhe von Daniel. Wenn er vorhin wegen der fehlenden Dusche nicht schon stark gerochen hat, dann hat er nun eindeutig gestunken. 😀 Da wir so das Wasser unmöglich in die Abwasserstation bringen konnten, hat Daniel den Ablass wieder geschlossen und wir durften uns zu erst Mal mit dem Apollo Support Service (unserem Vermieter) in Verbindung setzen. Das ging einiges einfacher als erwartet. Da wir nur die Basisversicherung hatten, die keine Schäden am Unterboden deckt, haben wir eigentlich Diskussionen betreffend Verantwortlichkeit erwartet, es war aber kein Problem, sie haben uns geglaubt, dass das Problem bereits seit der Übernahme bestand und gaben uns die nächste Garage an, bei welcher wir mit unserem Camper vorbeigehen konnten. Weil der Garagist den Ablass bei vollem Abwassertank nicht reparieren konnte, hat er ihn mal schnell ganz unkompliziert und unzeremoniell auf die Strasse abgelassen. Etwas, das wir uns auf keinen Fall getraut hätten. Wir mussten dann aber später noch erfahren, dass gewisse Australier ihr Grauwasser auch einfach in einem Nationalpark ablassen. Generell scheint die Rücksicht auf ihre Natur sowie auch das Recycling von mehr als nur Bierdosen noch nicht bei allen Australiern angekommen zu sein. Mit repariertem Ablass ging es dann endlich weiter zu unserer verdienten Dusche und zum nächsten Campsite.
Auf dem Weg in den Norden stand zuerst einmal der Kalbarri Nationalpark mit seinem Natures Window und dem ZBend auf dem Programm. Der Nationalpark war eigentlich einfach Buschland mit rotem Stein und einem Fluss, der sich durch die Landschaft schlängelte und einen kleinen Canyon geformt hat. Beim Natures Window (Gesteinsformation, die wie ein Fenster aussah, durch das man auf den Canyon und den Fluss schauen konnte) haben wir uns an den Loop Walk gewagt. Dieser war nur 8 km lang aber mit einer Zeitdauer von 3 – 4 Stunden angegeben. Kann doch gar nicht so lange dauern haben wir uns gedacht und uns je mit einem Farmer Stängel und einer Trinkflasche voll Wasser bewaffnet auf den Weg gemacht. Gold wert waren dabei unsere Fliegennetze. Diese kann man über dem Sonnenhut anziehen und sie schützen das Gesicht vor den lästigen Fliegen, die überall herumschwirren. Der Weg begann sehr schön, man lief dem Canyonrand entlang und stieg langsam hinab in die Schlucht, bis man unten am Fluss war. Dann begann der lustige Teil des Trails, bei welchem man auch ein bisschen Klettern durfte. Der Weg ging durch die Schiefergesteinsplatten am Rande des Flusses entlang und war eher dürftig beschildert. Natürlich haben wir prompt auch ein Schild übersehen und uns ein bisschen verlaufen. Mit ein bisschen Klettern kamen wir aber wieder zurück auf den richtigen Pfad. Auf halbem Weg konnte man im Fluss baden und sich eine kühle Erfrischung verschaffen. Da wir keinen Badeanzug dabei hatten, gingen wir halt in unserer Unterwäsche schwimmen. Bei diesen heissen Temperaturen war sie sowieso nach kurzer Zeit bereits wieder trocken. Ausserdem war die Stelle explizit angeschrieben als Badestelle, wir konnten also sicher sein vor etwaigen Krokodilen. Auf dem weiteren Weg wurde es dann eher etwas sandig und unsere Schuhe waren am Schluss innen und aussen rot von dem roten Sand. Unterwegs kamen wir an einigen schönen, mannshohen Termitenhügeln vorbei. Der Weg war von der Natur her sehr schön. Durch die Kletterei und das anschliessende Laufen im Sand war er aber auch eher anstrengend und zu unserer Überraschung haben wir wirklich 3 volle Stunden für den gesamten Loop gebraucht. Das gab dann ein spätes Mittagessen zurück bei unserem Camper (Brot mit Hüttenkäse bzw. Cantadou und ein Jogurt wie jeden Tag :D).
Am nächsten Tag fuhren wir die Stromatolites bei Hamlin Pool an. Das sind Gesteinsformationen, die wie Säulen aus dem Meer ragen. Von den Bildern her haben wir uns da grosse Säulen vorgestellt, waren dann von den ca. 30 cm hohen Säulen, die wir tatsächlich vorfanden, eher enttäuscht. Sehr schön war hingegen die Shell Beach. Wie es der Name schon besagt ist es ein Strand, der nicht aus Sand besteht, sondern komplett aus kleinen Müschelchen. Das Wasser an diesem Strand war auch super klar und nicht durch aufgewirbelten Sand getrübt. An diesem Abend übernachteten wir beim Fowler Campsite an der Shark Bay. Die Anfahrt war sehr holprig, was man in einem vollbeladenen Camper doch gut merkt (normalerweise sollte man Luft ablassen aus den Reifen aber ohne Kompressor hätten wir das nicht wieder auffüllen können). Falls wir am Ende einen Raddeckel zu wenig haben sollten, wissen wir wenigstens wo suchen. Der Campingplatz war sehr abgelegen und hatte absolut keine sanitären Einrichtungen. Er war aber direkt an der Küste und neben uns war nur ein anderes Pärchen ca. 100m entfernt hinter einem Hügel am Campen. Wir waren also praktisch mutterseelenallein dort und es war wunderschön. Als wir ankamen hatten wir noch Gesellschaft von einem Emu und einer jungen Ziege. Beim Nachtessen hatten wir einen tollen Ausblick auf den Sonnenuntergang und in der Nacht konnten wir die Vorhänge offen lassen und unter dem Sternenhimmel schlafen. Vom Baden wurde uns allerdings abgeraten, da es in der Bucht viele Stachelrochen und Steinfische gab.
Früh am nächsten Morgen (7 Uhr – früh für uns) machten wir uns auf den Weg zu Monkey Mia. Das ist ein Naturreservat, in welchem man das Füttern der Delfine beobachten kann und mit Glück darf man ihnen auch selber einen Fisch füttern. Die Delfine kommen bis ganz ins seichte Wasser und man sieht sie sehr gut, auch wenn man sie nicht berühren darf. Sie geben den Delfinen dort maximal 10% ihres täglichen Bedarfs an Futter, da sie ansonsten nicht mehr Jagen gehen und ihren Jungtieren das Jagen nicht mehr lehren. Zu Beginn haben sie den Delfinen viel mehr Futter gegeben und die Sterblichkeit unter den jungen Delfinen war einiges höher als bei wilden Delfinen (70%). Mit der Reduktion auf maximal 10% des Tagesbedarfs konnten sie diese Todesrate reduzieren und derjenigen der wildlebenden Tieren anpassen (70% überleben nun). Daniel hatte Glück und durfte die grauen Meeressäuger füttern, ich bekam dafür die Rolle des Paparazzis.
Auf unserem weiteren Weg in den Norden kamen wir an Carnarvon vorbei, der letzten „grossen“ (wirkte sehr ausgestorben) Stadt vor Exmouth und dem Cape Range Nationalpark. Dort füllten wir unsere Lebensmittelvorräte wieder auf. Unser Masterplan beinhaltete auch noch, dass wir dort unseren Dieseltank wieder auffüllen. Doch als wir die erste Tankstelle anfuhren gab es einen Stromausfall und nichts funktionierte mehr. Nachdem wir es bei drei weiteren Tankstellen im Ort versucht hatten, mussten wir einsehen, dass die ganze Stadt vom Stromausfall betroffen war und wir momentan hier nicht an Diesel kommen werden. Die nächste Tankstelle ausserhalb der Stadt auf dem Weg in den Norden war 125 km entfernt. Unser Tank hätte aber nur noch gerreicht für ca. 100 km (Schätzung Nadja) bis 130 km (Schätzung Daniel). Somit hiess es für uns warten, bis sie wieder Strom hatten. (Und nein, ich war nicht bereit das Risiko mit der entfernten Tankstelle einzugehen. Falls man stehen bleibt ist man im nirgendwo, umgeben von nichts.) Eine halbe Stunde später hatten sie aber zum Glück wieder Strom und wir konnten unsere Reise in den Norden mit vollem Tank fortsetzen.
Je weiter wir in den Norden kamen, desto heisser wurde es. Auf der Fahrt in den Naturpark Gilaria hatten wir dann auch weder GPS noch Natelsignal. Die Nacht verbrachten wir auf einer Farm (Gilaria Station). Dort gab es einen wunderbar kühlen Pool, in dem man sich in der nachmittäglichen Hitze erfrischen konnte. Selbst der Farmhund kam mit uns schwimmen. In den kühleren Temperaturen des Abends direkt vor Sonnenuntergang machten wir den Känguruwalk in der Hoffnung endlich unser erstes lebendiges Känguru zu sehen. Gleich zu Beginn, noch im Vorgarten der Farm, sahen wir dann auch eines (aus der Ferne, all unsere Fotos waren am Schluss unscharf). Dabei blieb es dann aber auch, während dem restlichen einstündigen Walk haben wir kein einziges mehr gesehen. Dafür wurden wir mal wieder von unzähligen Fliegen begleitet, die vor allem an Daniel ihre wahre Freude hatten. Zum Glück hatten wir unsere Fliegennetze dabei.
Der nächste Stopp auf unserer Reise war in Exmouth. Hier wollten wir das Ningaloo Riff tauchen. Wir machten zwei Bootstauchgänge mit Dive Ningaloo. Die Tauchschule existiert seit 3 Jahren, ist von einer Engländerin geführt und sehr gut organisiert (verglichen mit dem, was wir in den Philippinen gesehen haben). Die Tauchgänge ware schön und wir sahen viele Tiere (wie Riffhaie, Schildkröten, Oktopusse und andere Fische). Wir sind allerdings bereits recht verwöhnt von anderen Tauchorten und waren daher nur mässig beeindruckt. Zwei Tage später gingen wir dann nochmals tauchen, diesmal beim Navy Pier. Laut ihrer Webseite soll das einer der zehn schönsten Strandtauchgänge der Welt sein. Das Navy Pier wurde von den Amerikanern gebaut. Sie haben bei Exmouth eine Marine Station und eine Sendestation um Signale an ihre Uboote zu übermitteln gebaut. Zu Beginn wurde in dieser Gegend sogar auf der rechten Seite gefahren, unterdessen ist es aber überall links. Da das Navy Pier in einer Naturschutzzone liegt, darf dort nicht gefischt werden und es haben sich über die Jahre viele grössere und kleinere Fische sowie Korallen dort angesiedelt. Auch hat sonst niemand eine Lizenz um dort zu tauchen. Die beiden Tauchgänge beim Navy Pier hielten eindeutig, was versprochen worden war. Wir sahen einen riesigen Mantarochen (Spannweite grösser als wir), Katzenfische, Froschfische, Löwenfische, einen riesigen Grouper, einen Krokodilfisch und sogar noch einen Wobbegong Hai (sieht aus wie ein flachgedrücktes Stück Knete).
Auch in den weiteren Tagen blieben wir noch beim Ningaloo Riff. Wir übernachteten auf einem Campingplatz im Cape Range Nationalpark, direkt neben Exmouth. In den folgenden Tagen gingen wir an verschiedenen Orten Schnorcheln und sahen nochmals Stachelrochen, einen Oktopus aber auch schöne Korallen und viele kleinere Fische. Beim Schnorcheln bei Oyster Stacks mit relativ starker Strömung musste man zum ins Wasser kommen über Steine steigen. Zu Beginn haben wir da nicht realisiert, dass man sich bis zu einem ca. 200 m entfernten Strand über die Korallenriffe treiben lassen kann und dann gemütlich aus dem Wasser kommt, stattdessen haben wir versucht wieder über die Steine an Land zu kommen. Die Wellen haben uns beide gegen die scharfen Steine geworfen, aber glücklicherweise kamen wir mit kleineren Schürfungen und Schnittwunden davon. In einer Bucht, die man Tourquoise Bay nennt (türkisfarbene Bucht), wollten wir dann auch noch schnorcheln, haben aber ausser aufgewirbeltem Sand gar nichts gesehen. Die Bucht selber war aber sehr schön. Eine Bucht weiter konnten wir dann wieder Korallen sehen. Die Sicht war wieder viel besser aber die Strömung auch stärker. Man konnte sich über die Korallenriffe treiben lassen, durfte aber den Ausstieg nicht verpassen, da man sonst von der Strömung aufs offene Meer hinaus getrieben werden konnte. Am Abend wurden wir auf unserem Campingplatz von einem Känguru besucht. Es ging von Wohnmobil zu Wohnmobil, wohl auf der Suche nach Wasser und Essen.
Nun war es bereits wieder Zeit unsere Reise in den Süden zurück nach Perth anzutreten. Unser erster Stopp auf der Rückfahrt war bei Coral Bay. Auch hier ist der Name Programm (die Australier scheinen nicht die fantasievollsten zu sein :D), die Bucht vor der Ortschaft beinhaltete einen riesigen Korallengarten (immer noch Teil des Ningaloo Riffs). Am nächsten Morgen vor unserer Weiterfahrt südwärts gingen wir dort schnorcheln und sahen sehr viele und verschiedene Korallen, leider nicht so viele Fische.
Auf unserer Fahrt in den Süden hatten wir noch zwei Nationalparks in unserem Reiseprogramm. Der erste war der Nambung Nationalpark, in welchem man die Pinnacles (Gesteinsformationen, die aussahen wie ein Steinsäulengarten) besichtigen konnte. Lustigerweise gab es auch eine Rundfahrtsmöglichkeit mit dem Auto, wir haben uns aber für den 1 km Walk zu Fuss entschieden, sind schliesslich keine Amerikaner. ;D
Der letzte Programmpunkt auf unserer Rundreise mit dem Camper war der Yanchep Nationalpark direkt vor Perth. Dort gab es einen Schutzpark für Koalas und extrem viele wildlebende Kängurus und Kookados (unglaublich lärmige Papageienvögel). An unserem zweiten Tag dort hat es tatsächlich geregnet, etwas das wir an der sandigen Westküste fast nicht für möglich gehalten hätten. Durch den Tag war es dann zwar noch bewölkt aber wenigstens trocken, somit konnten wir uns aufmachen zu unserer geplanten Wanderung. Die Buschwanderung ging während 5 Stunden durch stacheliges Gebüsch und Spinnennetze. Spannend war die Tausendfüsslerkolonie, die wir gesehen haben. Weniger prickelnd fand ich die Schlange, die auf unserem Weg lag und auf die wir beinahe gestanden wären. Alles in allem eine abenteuerliche Wanderung. Wir sind allerdings verwöhnt von den Aussichten auf den Wanderungen in Neuseeland. Hier war alles superflach und ausser dem nächsten Busch hat man nicht wirklich einen Rundumblick über die Landschaft. Es sollte unsere letzte Wanderung bleiben, vor allem wegen den stacheligen Büschen und Bäumen.
Nach drei Wochen im Camper mussten wir unser liebgewonnenes Zuhause bereits wieder abgeben. Durch den roten Sand vor allem im Norden rund um Exmouth hatte unser Wägelchen doch einiges an Staub und Dreck angesetzt und wir fuhren mit ihm zu einer Handwaschanlage, bevor wir ihn zurückbrachten. Wir wollten schliesslich nicht diejenigen mit dem dreckigsten Camper sein. Mit ganz viel Schaum (super spassig zum Einseifen :D) und einem Hochdruckreiniger rückten wir dem Dreck zu Leibe. Bei unserem Vermieter Apollo war die Hölle los. Geschätzte 30 Leute warteten auf ihren Camper. Einige waren bereits seit 8 Uhr in der Früh da und warteten immer noch auf ihren Wagen (wir gaben unseren Camper um ca. 12 Uhr Mittags zurück). Deshalb schien es unser Agent auch nicht so genau zu nehmen. Nach zwei Minuten (ein Mal kurz rundherum laufen, Tank und Abwassertänke checken) durften wir die finale Quittung unterschreiben und die Sache war erledigt.
Für uns ging es danach weiter zum Flughafen, wir wollten an diesem Tag noch ein Auto mieten und für ein paar Tage in den Süden nach Margaret River fahren.

Fotoalben:

Camperreise Allgemein

Kalbarri Nationalpark (Natures Window)

Hamelin Pool (Stromatolites)

Shell Beach

Monkey Mia (Shark Bay and Fowler Campsite)

Exmouth und Cape Range Nationalpark (Ningaloo Riff)

Nambung Nationalpark (Pinnacles)

Yanchep Nationalpark

One thought on “Im Camper nach Exmouth zum Ningaloo Riff

  1. Hoi Nadja und Dani,
    super Bericht und die Fotos sind sehr gut,
    War die Schlange giftig?Ein Koala würde ich auch nehmen,der schläft ja immer.
    Weiterhin eine gute Zeit.
    Gruss
    Susi

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