Hong Kong, die light Version einer Chinesischen Millionen-Stadt

Hong Kong, die light Version einer Chinesischen Millionen-Stadt

Wir wollten zuerst möglichst direkt von Manila nach Auckland fliegen aber leider antwortete uns die Philippine Airlines Seite immer mit irgendwelchen technischen Störungen. Deshalb wichen wir auf AirAsia aus, welche doch ein Sicherheitsrating von 4/7 hatte und keine Todesfälle in den letzten 20 Jahren. Die Flugzeuge hatten lediglich ab und zu Probleme auf der Landebahn zu bleiben :-).
Gut schweizerisch waren wir zu früh am Flughafen in Puerto Princesa und kamen schnell durch den Sicherheitscheck. Wir überlegten uns noch Geld zu tauschen aber der Kurs war uns nicht gut genug. Beim Gate bemerkten wir, dass unser Flieger zum Boardingzeitpunkt noch nicht da war aber wir hatten ja 3h spatzig in Manila. Zur Abflugszeit kam dann eine AirAsia Maschine pünktlich angeflogen, leider war es die für den Flug vor unserem. Wir wurden ein bisschen nervös aber schon 30 Minuten später ist unsere Maschine dann auch noch gelandet. Wir flogen dann via Manila nach Hong Kong ohne Ärgernisse bis auf schmatzende Chinesen hinter uns. Ich fragte mich schon, wie ich es dann in einem Restaurant in Hong Kong aushalten werde, wenn das alle machen :-D. Am schönen Hong Kong Flughafen angekommen, nahmen wir einen Bus, der uns in die Nähe unseres Hotels brachte. Nach ein bisschen Suchen fanden wir dann die Rezeption unseres Hotels im 10. Stock eines Wolkenkratzers. Wie erwartet konnte die ältere Rezeptionistin kein Wort Englisch, war aber geübt in der Zeichensprache und erklärte uns alles was wir wissen mussten gemischt mit Chinesisch, das wir wiederum nicht verstanden. Unser Zimmer war mit 2 Betten etwa 4 Quadratmeter gross und die Dusche war direkt oberhalb der WC Schüssel integriert. Das störte uns nicht sonderlich, da es zentral, günstig und sehr sauber war. In Hong Kong herrscht akute Platzknappheit, wie wir später noch erfahren sollten.
Am nächsten Morgen machten wir uns ein Bild von der Stadt und liefen zum Hafen. Hong Kong erinnerte uns stark an Singapur, da es sehr ordentlich ist und überall hat es Schilder was man tun soll oder nicht auf Englisch und Chinesisch. Ordnung muss sein, es leben schliesslich 7 Millionen Menschen auf 1’104 Quadratkilometern. Als nächstes gingen wir zum Startpunkt einer „Free Tour“, die von einem Chinesen durchgeführt wurde, der in Holland gelebt hatte. Er erzählte uns über die vielen chinesischen Aberglauben, die eine Ausrottung von Tierarten zur Folge haben können (zum Beispiel Hörner als Potenzmittel, …). Häufig entsteht so ein Aberglaube als Geschäftsidee von ein paar findigen Chinesen, die etwas verkaufen wollten. Er zeigte uns Fisch-Shops, in welchen man Goldfische kaufen konnte, die Glück bringen sollen. Die Fische hat man dann in der Wohnung an einem bestimmten Ort, der von einem Feng Shui Meister aufgezeigt worden ist. Wenn einer stirbt, hat er einem vor Pech bewahrt und man kauft einen neuen. Wenn die Fische nicht innerhalb von 3 Tagen verkauft werden können, werden sie weggeworfen. Vorher fristen sie ihr Dasein in kleinen Wasserbeutelchen. Etwas sehr spezielles in Hong Kong ist Schildkrötengelee, der sehr teuer ist. Deshalb ist die dafür verwendete Schildkrötenart sehr wertvoll, teuer und vom Aussterben bedroht. Er meinte aber, dass der Gelee den man kaufen kann, häufig massiv gestreckt ist und teilweise unecht (von „normalen“ Schildkröten), da sonst zu teuer.
Später durfen wir in einem Shop günstig Tee schlürfen. Er meinte je süsser der Tee ist, desto mehr ist er gestreckt, da man damit über die fehlenden Kräuter hinwegtäuschen möchte. Unser nicht gestreckter Tee war ausgesprochen hässlich. Trotzdem waren wir einige der wenigen, die ihn aus Anstand austranken. Unserem Guide war es zudem wichtig uns auf die extreme Wohnungsknappheit und Lohnschere aufmerksam zu machen. Teilweise hörte es sich wie Kapitalismuskritik an aber wir waren uns nicht ganz sicher. Der Guide selber hat früher als Aktuar gearbeitet, bevor er dann die „Hong Kong Free Walking Tours“ gründete. Hong Kong führt seit mehreren Jahren den Index an, bei dem die Wohnungskosten durch den durchschnittlichen Lohn geteilt werden. Dies ist auf die sehr hohen Grundstückpreise zurückzuführen und da nicht mehr umgezohnt wird. Hinzu kommt, es gibt fast keine Steuern auf Einkommen in Hong Kong. Deshalb muss das meiste Geld über Land- bzw. Häusersteuern reinkommen. Somit hat die Regierung kein Interesse, dass die Wohnungspreise fallen oder steigen. Die Sonderverwaltungszone Hong Kong ist eine der freisten Marktwirtschaften der Welt. Die Schattenseite dieser Wohnungsknappheit ist, dass Leute im Niedriglohnbereich mit Vollzeitjobs sich nur sogenannte Käfige zum leben leisten können. Dort werden dann Käfige übereinander gestapelt, in welchen jeweils eine Person drin schlafen kann und ihr Hab und Gut verstaut. Trotzdem frisst das zwei Drittel von ihrem Lohn weg. Der Staat schafft pro Jahr etwa 25’000 Sozialwohnungen für diese Leute (für die sie auch viel Geld zahlen müssen), jedoch sind derzeit 300‘000 Personen auf der Warteliste. Dazu zeigte er uns ein Bilderbuch von einem lokalen Fotografen, der diese Einwohner fotografiert hat. Es sei auch legal, die Zwischenstockwerke im Treppenhaus an jeweils zwei Personen zu vermieten (der Bereich mit dem Geländer). Auch die weniger luxuriösen Läden werden vom Erdgeschoss nach oben verdrängt. Deshalb soll man auch an der Hauswand nach Geschäften bzw. Logos suchen, da sich nicht alles auf dem Erdgeschoss befindet. Zum Schluss gingen wir noch durch ein Vogelviertel, wo ältere Leute Vögel verkauften. Früher oft ein beliebtes Haustier der Chinesen aber diese Tradition stirbt langsam aus.
Am zweitletzen Tag probierten wir die U-Bahn aus (MTR), die sehr modern und kundenfreundlich bedienbar ist. Wir wanderten auf den Mount Victoria um eine atemberaubende Übersicht über Hong Kong zu bekommen. Die Wanderwege waren sehr modern und mit Toiletten ausgestattet. Für uns lustig war auch, dass jeder Hügel eine Registrationsnummer bekam. Entweder ein übertriebenes Beamtentum oder sehr organisiert das Ganze. Wir waren auf jeden Fall beeindruckt :-). Auf dem Weg zurück schien gerade die Schule aus zu sein und wir sahen viele Rich Kids mit ihren zahlreichen Kindermädchen. Wir liefen gerade am teuren Bankenviertel vorbei, in welche wohl einige Expats leben und arbeiten.
Obwohl wir Museen nicht so mögen, hatten wir am letzten Tag noch Zeit für das historische Museum. Der Eintritt ist frei und man geht über mehrere Stockwerke verteilt durch die ganze Zeit von Hong Kong, von den tektonischen Platten und der geografischen Entstehung von Hong Kong via den Opium-Kriegen bis in die Gegenwart und die Wiederereinigung von Hong Kong mit der Volksrepublik China. Das Ganze wirkte frisch renoviert und sehr modern. Man kann locker einen Tag darin verbringen aber soviel Zeit hatten wir nicht, unser Weiterflug nach Auckland war am Nachmittag. Trotzdem war es sehr interessant und wir konnte einiges aus der Geschichte mitnehmen.

Bilder gibt es hier.

One thought on “Hong Kong, die light Version einer Chinesischen Millionen-Stadt

  1. I’m enjoying reading through all your blog posts. It’s a wonder that you have time for it along with all your travels! It’s so interesting to read about your Hong Kong experience, especially since it was so different to ours. I’ll be curious to know if you also saw the light show with music ^.^

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