El Nido – Safety First

El Nido – Safety First

Weiter nach El Nido ging es mit der Fast Ferry. Verglichen mit der Banka war es ziemlich luxuriös, da das Gepäck verfrachtet wurde und wir Ledersitze hatten. Wir mussten unsere Sitze noch gegen eine 9-köpfige asiatische Familie verteidigen, die aus irgendeinem Grund Sitznummern auf ihren Tickets hatten. Natürlich von Hand geschrieben. Das wäre kein Problem, wenn die Hafenmitarbeiter das bei allen gemacht hätten aber so organisiert war es dann doch nicht. Als ich mich weigerte den Sitz zu verlassen und den aufgebrachten Asiaten aufforderte einen Offiziellen zu holen, wurden die 9 Personen dann an 3 Orten verteilt und die Welt war wieder in Ordnung.
El Nido ist für das Tauchen und schöne Strände bekannt. Uns gefiel es hier einiges besser, da es sich nicht so überlaufen anfühlte wie Coron. Es hatte zwar auch viele Tricycles, Motorräder und Autos aber ein Teil des Ortes wird um 18:00 Uhr abgesperrt und zu einer Fussgängerzone erklärt, dies macht es einiges angenehmer. Die Unterkünfte waren sehr teuer. Laut einer Webseite wurden die Preise 2010 schlicht verdoppelt, weil es zu boomen schien. Wir hatten Glück, dass wir noch eine Unterkunft fanden, etwas weniger Glück dafür mit dem Zimmer. Wir zahlten den doppelten Preis und bekamen ein Familienzimmer direkt hinter der Rezeption. Die 24h Rezeptionistin sass direkt (5 cm) vor unserem einzigen Fenster und schaute die ganze Nacht durch Videos. Die Einfachverglasung war nicht wirklich schalldämpfend aber man gewöhnte sich daran.
An unserem ersten Tagen liefen wir zum Meg Meg Strand. Das Laufen macht in den Philippinen einfach keinen Spass, da es selten Fussgängerwege gibt und die ganze Zeit Autos und Tricycles ohne Filter an einem vorbeifahren. Der Strand war dafür sehr schön und auch halbleer. Wir genossen einen genialen Sonnenuntergang bei einem Bier an einer Strandbar. Am nächsten Tag fuhren wir mit einem Van zu einem entfernteren Strand (Nacpan Beach), an welchem wir ähnliche Verhältnisse antraffen. Schattenpätze waren leider ziemlich rar. Am Abend nach dem Sonnenuntergang wartete unser Van noch auf irgendwelche Angestellten. In den Phlippinen gibt es immer irgendwelche Deals. Nach 5min Fahrt mussten wir in einen anderen Van umsteigen. Die Gründe oder Informationen erfährt man eigentlich nie aber hauptsache wir kamen wieder in der Stadt an :-). In den Ferien kann man das ziemlich locker nehmen.
Auf El Nido gibt es 5 standardisierte Touren von A-E. Die Preise sind überall gleich und etwa 30 Agencies bieten die Pakete an. Wir suchten auf Tripadvisor die mit dem besten Ratings und buchten Trip A, da wir noch kayaken wollten. Am nächsten Morgen hatten wir das Frühstück einiges früher bestellt, da man nie weiss wann es bereit ist und wir eine Deadline wegen der Tour hatten. Nach 30 Minuten Verspätung machte Nadja der Rezeptionisting wütend klar, dass es langsam knapp wird. Als Begründung für die Verspätung wurde uns erklärt, dass der Koch langsam ist. Derselbe Koch, der jeden Tag kocht, hat plötzlich länger. 😀 Das Frühstück kam dann zeitlich mit dem anderen für das Zimmer nebenan. Leider gibt es nur einen Tisch. Wir fragten also, wo wir essen sollen. Die Angestellte verifizierte, das wir wirklich keinen Platz hatten und ging wieder zurück. Bei nochmaligen nachfragen wurden unsere Nachbaren in ihr Zimmer verbannt, da sie darin einen Tisch hatten und wir erbten ihren Platz. Das war uns schon mehrmals aufgefallen, dass es in jedem Hotel genau eine Person gibt die Probleme lösen kann bzw. das Sagen hat. Die anderen machen einfach nichts und probieren es auszusitzen. Meistens ist das egal, ausser man muss zu irgendeinem Zeitpunkt irgendwo sein.
Die Tour A war dann ziemlich ernüchternd. Wir fuhren zeitgleich mit 10-20 anderen Booten zum ersten Strand, der völlig überfüllt war. Danach ging es so weiter aber immerhin nahm die Anzahl Leute ab. Beim dritten Strand konnten wir Mittagessen und noch schnorcheln gehen, wo wir schöne Korallen sahen. Diese wird es wohl nicht mehr so lange geben, da die Anker ziemlich unvorsichtig reingeworfen werden. Eine weitere Besondernheit auf den Inseln ist, dass man immer eine Schwimmweste beim Verlassen der Hafen mit dem Boot tragen muss, weil man sonst mit 500 Pesos gebüsst wird. Auf offener See darf man diese dann abziehen. Safety First!
Safety First ist ein Lieblingsslogan vieler Philippiner, wie es für uns schien. Es steht auf fast jedem Boot und es wird viel damit argumentiert. Dass die Vans keine Sicherheitsgurte haben, wir zu viert auf ein Tricycle sitzen mussten und bei einem Crash sicher alle tot wären wird gerne übersehen. Auch werden die Schiffe wohl nicht so gut gewartet. Man sitzt lieber nicht zu nahe an einem Motor, der nicht selten ziemlich raucht. Wir hatten etwa ein Mal ein Tauchequipment, das nirgendwo Luft verlor. Sonst bubbelte das Zeugs unter Wasser und pfiff teilweise noch. Safety First!
Am Ende der Tour A kamen wir an dann einem anderen Ort an als bei der Abfahrt. Wir waren etwas verwirrt, bis uns andere Touristen erklärten, das sei normal und man muss selber schauen, wie man zurückkommt. Viele Touristen finden die Touren super. Wir hatten auch Asiaten getroffen, die alle Touren gemacht hatten. Für uns war es nicht so das Wahre. Es ist eine Massenabfertigung die man sich auf den Philippinen nicht antun muss, da es sehr viele Inseln gibt und viele Möglichkeiten irgendwohin zu kommen. Wären wir mutiger und vor allem nicht nur zu zweit gewesen, hätten wir einen Fischer finden können, der uns auch an diese Orte gebracht hätte.
Auf unserer Bucketlist hatten wir noch einen Töff mieten, also taten wir genau das am nächsten Tag. Einen Führerausweis mussten wir nicht zeigen aber eine ID oder Pass hinterlegen. Die Geschwindigkeitsanzeige und der Kilometerzähler funktionierten nicht aber Geschwindigkeitsangaben sahen wir sowieso nirgends. Wir nahmen die schwächere Variante da wir beide keine geübten Fahrer sind, was sich aber als Fehler herausstellte. Wir wollten zu einer Höhle und mussten einen Schotterweg mit Schlaglöchern, unfertigen Brücken und spitzen Steinen nehmen. Etwas bessere Reifen und eine bessere Federung wären sicher sehr angenehm gewesen. Wir machten noch spontan einen Abstecher zu einem Wasserfall. Beim Eingang zum Wanderweg verlangte eine ältere Frau 25 PHP Durchgangsgebühr. Die Gebühr war überall angeschrieben und sah wohl legitim aus. Als wir zahlen wollten, stellte sich heraus, dass sie kein Wechselgeld hatte. Also warteten wir, als sie es im Dorf wechseln ging. Für die Wartezeit bekamen wir dann aber noch ein paar leckere Banen von ihr geschenkt. Danach gings weiter über 5 Flüsse zum Wasserfall. Auf dem Hinweg hatten wir einen tierischen Guide (Hund der Dame beim Eintritt), der uns den Weg zeigte. Beim Wasserfall angekommen zahlten wir eine weitere Gebühr, es musse schliesslich alles auch erhalten werden. Wir waren fast die einzigen Gäste dort und genossen das kühle Wasser. Danach gings weiter über die holprige Strasse zu den Höhlen. Dort mussten wir einen Guide mieten. Zuerst fuhren wir gemeinsam mit dem Töff über Wanderwege direkt zum Eingang der Höhlen. Der Weg durch die Höhlen war nicht sehr lang aber es war trotzdem eindrücklich mit den Fledermäusen und den Malereien von Menschen und auch der Natur. In den Höhlen wurden noch Gräber ausgegraben von Bewohnern aus der Steinzeit. Auch haben sie Skelletteile von Tigern gefunden. Offensichtlich gab es vo 14’000 Jahren noch Tiger auf den Philippinen. Wir entschieden uns noch für einen Extrapreis auf den Felsen zu klettern. Wie immer Safety First, ging es teilwesie 90 Grad und ungesichert zur Spitze. Für uns ungeübten Kletterer doch noch eine Herausforderung und eine schweisstreibende Angelegenheit. Auf der Spitze genossen wir eine Pause und die schöne Aussicht. Nach dem Abstieg waren wir ziemlich fertig aber es hatte sich gelohnt. Natürlich hatte auch unser Guide kein Wechselgeld und wir fuhren noch gemeinsam ins Dorf, um irgendwas zu kaufen, damit wir danach Wechselgeld hatten. Beim Rückweg entschieden wir uns für den längeren geteerten Weg vorbei an schönen Stränden, Reisfeldern und Wasserbüffeln.
Am Tag darauf gingen wir wieder einmal tauchen, da El Nido auch bekannt dafür ist. Vom Guide im Apo Riff wurde uns Aquanaut empfohlen, bei dem wir auch eine Tagestour mit 3 Tauchgängen buchten. Der erste Tauchgang war ein bleibendes Erlebnis da wir an einem Felsen in 15 Meter Tiefe durch eine Höhle tauchen durften. Innerhalb der Höhle hatte es eine Ausbuchtung (Unterwassergrotte), wo wir mit unserer Taschenlampe viele verschiedene Fische bewunderten. Wir hatten Glück und sahen noch den Star Pufferfish Fisch, der nur ab und zu in der Grotte zu Besuch ist. Innerhalb der Grotte hätte es noch Luft gegeben aber auf das „Auftachen“ verzichteten wir, da es dort giftige Schlangen hatte.
Am Zweitletzten Tag auf den Philippinen fuhren wir in einem Van 6h nach Puerto Princesa, wo am nächsten Tag unser Flug nach Hong Kong weiterging. Dieses Mal hatten wir mehr Glück und der Van hatte eine Sitzreihe weniger und wir somit einiges mehr Platz.

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