Abel Tasman Nationalpark

Abel Tasman Nationalpark

Unsere Unterkunft in Marahau war ziemlich abgeschieden aber der ideale Ort um die Wanderung durch den Abel Tasman Nationalpark zu starten. Wieder einmal waren wir froh um unser Auto, da die Fahrt zum nächsten grösseren Supermarkt 30 Minuten in Anspruch nahm (Zusätzlich kam es beim letzten Sturm noch zu einem Erdrutsch, bei welchem die direkte Strasse verschüttet worden war. Als Folge mussten alle Fahrzeuge nach Marahau, die indirekte, kurvige Route durch ein Nachbarkaff nehmen). Nach dem Tongariro waren wir zu Rucksackpackexperten geworden und wollte es besser machen mit dem Essen. Anstelle jeden Abend Büchsenauflauf zu essen, welche verhältnismässig schwer sind und immer eine Konserve Abfall verursachen, suchten wir nach leichtgewichtigeren Alternativen. Anfänglich überlegten wir uns so Essbeutel zu kaufen, in die man einfach ein paar dl heisses Wasser kippt und es ein bisschen rührt und man mit einem fertigen Essen belohnt wird (Curries, Spaghetti, Risotto, …). Leider hatte es keine vegetarischen Gerichte mehr für Nadja und wir waren uns nicht sicher die 13 AUD pro Packung investieren zu wollen (was ziemlich dämlich ist, da unsere selbst gekochten Abendessen ähnlich viel kosten). Also kauften wir eine Packung Reis, welcher ein gutes Volumen-Nährtwertratio hat und 3 Beutel mit fertigem Saucenpulver. Für das Morgenessen gab es je 3 Packungen Spicy Noodles die sich wunderbar bewährt hatten beim Tongariro. Ich entschied mich doch noch für einen Beutel von dem Fertigessen (beste Entscheidung meines Lebens).
Trotz des Gases, mehr Essen und des gemieteten Brenners zum Kochen, war unser Rucksack diesmal leichter oder einfach besser gepackt. Leider aber meinte es Petrus nicht gut mit uns und wir starteten den Abel Tasman, der für seine schönen Strände bekannt ist, mit Regen. Nach kurzen 3 Stunden kamen wir schon bei der ersten Hütte an. Verglichen mit dem Tongariro war der Wanderweg eine Autobahn und sehr flach. Dort gab es eine Invasion von Tagestouristen, da der Strand ein beliebtes Ausflugsziel für sie ist. Das Schuhe ausziehen Schild beim Eingang zum Gemeinschaftsraum der Hütte wurde von einer senilen französischen Wandergruppe gekonnt ignoriert und der Boden sah dementsprechend wie ein Schlachtfeld aus. In unserem Zimmer versteckte sich Gerry, ein älterer Amerikaner, vor den Horden von Kindern. Er schien von den Horden Tagestouristen und Schulkindern bei der Hütte in etwa gleich begeistert wie wir. Als wir unsere Matraze bezogen, fragte er uns ob sie schon weg seien. Die letzten Tagestouristen mussten dann um 16:00 die Hütte verlassen (nachher fuhr keine Wassertaxi mehr von Anchorage Beach (Standort der Hütte) nach Marahau) und es wurde einiges ruhiger. Wir freuten uns schon den Gaskocher auszuprobieren um unser Abendessen zuzubereiten. Beim Zubereiten des Reises hatten wir die glorreiche Idee den übrig gebliebenen Suppenbeutel der Nudelsuppe als Bouillon zu verwenden, um den Geschmack zu verbessern. Das Ergebnis war scheusslich schmeckender, breiiger Reis. Natürlich haben wir etwas zu viel gekocht, so dass wir noch mehr von dem Zeugs runterwürgen mussten (im Nationalpark wird entweder aufgegessen oder mitgetragen…). Wir waren uns auch nicht sicher, ob es die Enten überleben würden, wenn wir ihen das Zeugs gefüttert hätten. In der Nacht durften wir einem schönen Schnarchkonzert lauschen mit verschiedenen Basstönen. Gerry hatte es am ärgsten getroffen, da die Frau oben an ihm mit ihrem Schnarrchen das Bett fast zum Vibrieren brachte :-).
Glückerlicherweise nur mit leichtem, anstatt des angekündigten starken Regens gings lockere 3-4h weiter zur nächsten Hütte. Der Wanderweg war einiges ruhiger, da die Tagestouristen nicht so weit wanderten. Die Hütte für die Nacht war einiges kleiner und so kamen wir wieder mit Amerikanern und Neuseeländern ins Gespräch, die uns interessante Geschichten erzählten (einer wanderte zum Beispiel den Pacific Crest Trail, das dauert ca. 3 Monate). Gerry war auch wieder mit von der Partie. Er wurde vor kurzem pensioniert und hat sich entschieden dies mit 3 Monaten Reisen in Neuseeland zu feiern. Seine langjährige Freundin liess er zu Hause und so war er mit Bus und in den Hostels unterwegs. Da er aber jeden anquatschte war er sicher nie alleine.
Am zweitletzten Tag genossen wir endlich die Sonne. Das Timing war bombastisch da wir an mehreren schönen Stränden vorbeiwanderten. Wir konnten uns nicht überwinden baden zu gehen, da wir danach mit sandigen und salzigen Füssen weiterlaufen hätten müssen. Obwohl wir den längeren High Tide Trail wählten, da wir keinen Sand in unseren Wanderschuhen wollten, waren wir als zweite im Ziel (=Hütte). Gerry hatte schon einen Platz für uns „reserviert“ und erklärte uns, wo das beste Bett sei. Er schien uns zu mögen, weil wir ruhige Schläfer sind :-). Am späteren Nachmittag gingen wir noch im kalten Strom baden. Solange wie Katty, eine junge Neuseeländerin aus Wellington, hielten wir es jedoch nicht aus. Sie meinte nur, in Wellington sei es kälter und hier warm. Da wir am Abend mehr oder weniger die gleichen Personen sahen, kannte man sich schon und die Atmosphäre war gemütlich.
Am letzten Tag hatten wir am Morgen ein 3-stündiges Zeitfenster während der Ebbe, um die Bucht, welche in der Mitte noch einen Fluss hatte, zu überqueren. Obwohl das Wasser maximal knietief war machte es nur mässig Spass durch den Matsch zu watten. Auf der anderen Seiten trockneten wir unsere Füsse und liefen den Rest gemütlich weiter auf wunderschönen Sandstränden. Auch am letzten Tag wurden wir mit strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel verwöhnt. Bei der Totaranui Beach (unserem Endziel der Wanderung) warteten wir etwa eine Stunde auf unser vorbestelltes Wassertaxi. Wir mieteten ein kleines Boot und mussten dafür nochmals durch das Wasser laufen. Dafür fuhr es uns bis zum Strand in Marahau zurück, während die anderen zur nächst grösseren Bucht fuhren und wir einen Teil per Bus zurücklegen hätten zurücklegen müssen. Unterwegs machten wir noch einen Stop, an welchem wir Robben mit ihren Kleinen beobachten durften. Scheisse dachten wir am Strand, und erwarteten Hüfttief ins Wasser zu müssen aber wir wurden von einem Traktor abgeholt, der das ganze Boot auflud und uns zum Eingang des Nationalparks zurückfuhr (im Boot). Dort zogen wir uns und fuhren 4 Stunden nach Westport für eine schön warme Dusche :-).
Belohnt für die Wanderung wurde ich mit je 12 Sandfliegenbissen pro Bein, welche ziemlich lange juckten. Aber als Gentleman habe ich mich für Nadja aufgeopfert, die dadurch nur etwa 3 Bisse abbekommen hat (Daniel ist mit Abstand das beste Antibrumm 😀 (Anmerkung von Nadja)). Auch dieser Great Walk hat uns super gefallen und wir würden noch weitere machen, hätten wir die Zeit dazu. Unser Highlight bleibt aber noch immer der Tongariro, da die Kraterlandschaften schon speziell schön sind und die Aussicht gewaltig war. Wie es aussieht müssen wir nach Neuseeland zurückommen.

Visuelle Eindrücke zur Wanderung gibts hier.

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